Sehr geehrte Kundin,
viele Frauen gewinnen den Eindruck, dass sie während der Schwangerschaft
viele Medikamente erhalten, zumindest mehr als normalerweise. Hier muss man
zunächst einmal unterscheiden zwischen echten Arzneimitteln und Präparaten, die
eine Optimierung und Ergänzung der Ernährung mit Vitaminen und Mineralstoffen
darstellen. Auch wenn die These, dass eine Schwangere für Zwei essen muss, nicht
zutrifft, so ist doch der Bedarf an einigen Nährstoffen so stark erhöht, dass es
sinnvoll sein kann, die Nahrung mit Präparaten aus der Apotheke zu ergänzen.
Beispiele für solche begrenzt verfügbaren Vitamine und Mineralien sind:
Vitamine des B-Komplexes einschließlich Folsäure, Vitamin D, Eisen
Jod, Calcium und Magnesium.
Ein Mangel ist nicht nur für die Schwangere bedenklich, er kann auch das
Gedeihen des Kindes im Mutterleib negativ beeinflussen. Deshalb sollten Vitamine
und Mineralien gemäß der ärtzlichen Empfehlung ergänzt werden.
Daneben geht eine Schwangerschaft mit einer Reihe von typischen Beschwerden
einher. Gerne geben wir Ihnen auch eine Reihe von Tipps zur Hilfe ohne
Medikamente. Gegen diese Schwangerschaftsbeschwerden sollten Sie keine
Arzneimittel einnehmen, ohne zuvor Ihren Arzt oder Apotheker um Rat gefragt zu
haben.
Lassen sie sich keine Medikamente von Freundinnen oder Verwandten
empfehlen. Das gilt auch für pflanzliche Arzneimittel.
Schließlich sind in diesem Zusammenhang noch Arzneimittel zu nennen, die die
Mutter aufgrund einer Erkrankung einnehmen muss. Hier wird der Arzt nach
Möglichkeit auf solche Mittel zurückgreifen, von denen bekannt ist, dass sie das
ungeborene Kind nicht schädigen. Auf keinen Fall sollte die Einnahme eines
Arzneimittels abgelehnt werden aus Angst, dem Ungeborenen Schaden
zuzufügen. Denn in manchen Fällen gefährdet eine unbehandelte Krankheit
dfas Kind mehr als das verordnete Arzneimittel. Beispiele für solche
Krankheiten der Mutter sind Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Störungen der
Schilddrüsen-Funktion oder Bluthochdruck.
Besondere zurückhaltung wird der Arzt in den ersten drei Monateneiner
Schwangerschaft üben, weil in dieser Zeit alle Organe und Gliedmaßen angelegt
und ausgebildet werden.
Bei einer lebensgefährlichen Erkrankung der Mutter wird man unter Umständen
das Risiko in Kauf nehmen müssen, dass das Kind geschädigt wird. Ist die Gefahr
einer Schädigung für das Kind sehr groß, z.B. wenn die Mutter an einem Tumor
erkrankt ist und mit Krebs hemmenden Medikamenten (Zytostatika) behandelt werden
muss, dann kann ein Schwangerschaftsabbruch in Erwägung gezogen werden.
Der Grundsatz, das Lben und die Gesundheit der Mutter über Lben und
Gesundheit des Kindes zu stellen, ist ein Prinzip ärztlichen Handelns, das auch
bei allen anderen therapeutischen Maßnahmen, zum Beispiel bei
Geburtskomplikationen, angewandt wird.
Arzneimittel in der Stillzeit
Ein großer Teil der Arzneimittel findet sich nach der Einnahme auch in der
Muttermilch einer stillenden Patientin wieder und kann von dort in den Kreislauf
des Kindes gelangen. In welchem Ausmaß ein Arzneistoff in die Muttermilch
gelangt, lässt sich vom Laien nicht vorhersagen. Hier sollte die stillende
Mutter immer den Rat des Arztes oder Apothekers einholen. Muss aufgrund einer
Erkrankung die Mutter mit Medikamenten behandelt werden, so muss unter Umständen
abgestillt werden, wenn der ausgewählte Arzneistoff das Kind schädigen könnte.
Bei Erkrankungen des Kindes kann die Muttermilch abgepumt und eingefroren
werden, damit sie ggf. später zur Verfügung steht.
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