Haar- und Nagelerkrankungen

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde,

ein gesundes Haar hat eine Lebensdauer von etwa 4-6 Jahren. Also verliert auch ein Gesunder täglich etwa 70-100 seiner etwa 100.000 Haare. Es kann aber durch eine Reihe von Ursachen dazu kommen, dass der tägliche Verlust bedeutend größer ist. Lässt sich die Ursache abstellen, dann kann es sein, dass die verlorenen Haare wieder nachwachsen. Manchmal kommt jede Hilfe zu spät, der Haarausfall ist nicht wieder gut zu machen. Um die möglichen Ursachen für Haarausfall zu verstehen, muss man ein paar Dinge über den Haarwuchs wissen. Jedes unserer 85.000 (bei Rothaarigen) bis 150.000 (bei Blonden) Kopfhaare wurzelt im Unterhautgewebe der Kopfhaut. An seiner Wurzel - und nur dort - wird es durch Blutgefäße mit Nährstoffen versorgt. An der Haarwurzel sitzen junge, nicht verhornte Zellen. Die Haare wachsen, weil diese Zellen sich unablässig teilen. Ein Haar wächst täglich etwa 0,3 mm, und das für 4-6 Jahre. Am Ende dieser Wachstumsperiode löst sich das Haar von seiner Wurzel. Es wird von einem nachfolgenden Haar nach außen geschoben, bis es ausfällt.

Ein vorübergehendes, stärkeres Ausfallen von Haaren kann folgende Ursachen haben:

1. Infektionskrankheiten wie Typhus, Grippe oder Scharlach. Man kennt auch Pilzinfektionen der Kopfhaut, die zum Ausfallen der Haare führen. Ist die Infektion überstanden, dann wachsen die Haare wieder nach. Bei einer Pilzinfektion der Kopfhaut kann man den Haarausfall mit einem in der Apotheke erhältlichen Haarwaschmittel gegen Pilze (Wirkstoff Ketoconazol) beseitigen.

2. Bei Frauen können hormonelle Umstellungen, beispielsweise nach einer Geburt, einen Haarausfall verursachen. Hormonhaltige Haartinkturen, die der Arzt verschreiben muss, lassen die Haare wieder wachsen.

3. Ein Eisen- oder Zinkmangel kann Haarausfall verursachen.

4. Haarausfall ist eine Nebenwirkung mancher Medikamente. Stoffe, die den Cholesterinspiegel senken, gehören hierzu, auch manche Stoffe, die die Blutgerinnung hemmen.

5.Medikamente gegen Krebserkrankungen führen als Nebenwirkung zu Haarausfall. Nach dem Beenden der Behandlung setzt der Haarwuchs meist wieder ein. Auf keinen Fall sollte man ein Medikament wegen der Nebenwirkung Haarausfall eigenmächtig absetzen. Reden Sie mit Ihrem Arzt über das Problem. Normalerweise kann er ein Ersatzpräparat verordnen, das diese Begleiterscheinung nicht zeigt.

6. Vergiftungen mit Schwermetallen. Überprüfen Sie Ihre Umgebung in Beruf und Haushalt auf mögliche Schwermetallquellen.

7. Stress und psychische Belastung können zu Haarausfall führen, auch wenn wir uns nicht vor Ärger die Haare raufen.

8. Nach neueren Erkenntnissen kann auch eine Schuppenflechte der Kopfhaut zu Haarausfall führen. Die Schuppenflechte kann von einem Arzt sehr erfolgreich behandelt werden. Hierzu kann man cortisonhaltige Haarwässer verwenden oder ein Shampoo mit Selendisulfid, das Sie auch ohne Rezept in der Apotheke kaufen können. Ein Hinweis: Wenn die Behandlung beginnt, dann fallen Ihnen zunächst alle "todgeweihten" Haare in kurzer Zeit aus. Es besteht kein Grund zur Sorge, denn nach dem Erfolg der Behandlung wachsen die Haare wieder nach.

Es kann auch geschehen, dass der Haarausfall irreversibel ist, das heißt, dass die Haare trotz verschiedener Behandlungen nicht mehr nachwachsen. Das männliche Sexualhormon Testosteron verursacht irreversiblen Haarausfall. Die Empfindlichkeit der Haarwurzelzellen für das Hormon wird wahrscheinlich vererbt. Im Gegensatz zu Frauen können Männer hormonell bedingten Haarausfall wegen der Wirkungen von weiblichen Sexualhormonen auf den männlichen Organismus, wie Unfruchtbarkeit und Entwicklung einer Brust, nicht mit Östrogenen bekämpfen. Männern bleibt oft nur der Trost, dass die Kahlköpfigkeit eigentlich ein Zeichen für außergewöhnliche Männlichkeit ist.

Eine Sonderform des Haarausfalls, die Alopezia areata, die sich durch runde, münzgroße kahle Stellen auszeichnet, kann vom Arzt mit Licht und bestimmten Arzneistoffen behandelt werden. Scheiden die oben genannten Erkrankungen als Ursache aus, dann kann man versuchen, durch eine optimale Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen, vor allem mit Zink und Eisen, den Haarausfall zumindest aufzuhalten. Um die Kopfhaut nicht zu reizen, sollte man milde, seifenfreie Shampoos verwenden, eventuell mit Zusätzen, die das Haar kräftigen. Wichtig ist auch, dass die Kopfhaut nur leicht massiert wird, ohne an den Haaren zu reißen. Die Massage hat eine durchblutungsfördernde Wirkung. Nach jeder Haarwäsche sollten Sie die Haare intensiv mit Wasser ausspülen, damit Shampooreste nicht die Kopfhaut reizen.

Lässt sich trotz aller Maßnahmen der Haarausfall nicht aufhalten, dann besteht noch die Möglichkeit einer Haarverpflanzung. Dabei werden von den noch behaarten Kopfhautpartien Stücke ausgestanzt und an den kahlen Stellen wieder eingesetzt. Für dieses Verfahren sind bis zu 200 Operationstermine notwendig. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse nicht. Es besteht auch die Möglichkeit, Haare in die Kopfhaut einzuweben.

Eine Warnung: Es wird eine Unzahl von "Wundermitteln" gegen Haarausfall angepriesen, zum Teil zu sehr hohen Preisen. Seien Sie skeptisch, und lassen Sie sich von einem Apotheker beraten. Der Blutdrucksenker Minoxidil hat verstärkten Haarwuchs als Nebenwirkung. Ein Haarwasser mit Minoxidil führt nicht sicher dazu, daß verlorene Haare nachwachsen, aber es kann mit hoher Wahrscheinlichkeit zu gefährlichem Blutdruckabfall durch den Wirkstoff kommen.

Was kann der Arzt tun?
Haben Sie mit einer Selbstbehandlung keinen Erfolg, dann können Sie sich auch an einen Arzt wenden, um die Ursache des Haarausfalls herauszubekommen und zu behandeln. Er reißt zur Untersuchung ein Büschel von etwa 100 Haaren aus und untersucht es unter dem Mikroskop. Er bestimmt, wie viel Prozent der Haare sich in der Wachstumsphase befinden. Aus einem solchen Trichogramm lassen sich Schlüsse auf die Natur des Haarausfalls ziehen. Nach dem Ergebnis seiner Untersuchung wird der Arzt dann eine spezifische Therapie einleiten.

Nagelerkrankungen

Die Fingernägel und Fußnägel bestehen – genau wie die Haare – aus Millionen von Hornzellen, deren wichtigster Bestandteil Keratin ist. Jeder Nagel wächst nur ungefähr 1 mm in der Woche. Eine komplette Erneuerung dauert ca. 6 – 10 Monate. Brüchige, splitternde oder weiche, dünne Nägel sind oftmals Anzeichen eines Vitamin-H-Mangels. Durch unzureichende Vitamin-H-Zufuhr werden die Nägel zu instabil und sind so alltäglichen Belastungen nicht gewachsen. Wir beraten Sie, wie sie dieses Vitamin H zuführen können und was Sie zur Pflege Ihrer Nägel noch tun können. Nagelveränderungen sind sehr häufig auch Ursache von Pilzerkrankungen. Die Oberfläche des Nagels wird uneben. Unter dem Nagel bildet sich ein weißlicher Pilzbelag und der Nagel löst sich an den befallenen Stellen vom Nagelbett. Eine konsequente Behandlung mit pilzwirksamen Arzneimitteln ist hier über einen Zeitraum von mindestens 6 – 10 Monaten erforderlich. Nur so ist diese Erkrankung der Nägel wieder in den Griff zu bekommen. Hilfreich sind dabei arzneistoffhaltige Nagellacke, die alle zwei bis drei Tage erneuert werden müssen. Wir führen von Zeit zu Zeit Haar und Nagelanalysen durch und beraten Sie kompetent zur Behandlung Ihrer Haar- oder Nagelerkrankungen. Fragen Sie uns nach einem Termin für eine professionelle Haar- und Nagelberatung.



Letzte Aktualisierung am 30.01.2012