Das Economy-Class-Syndrom

Thrombosen durch das Fliegen - Vorbeugen ist möglich

Zur Zeit versetzt eine Hiobsbotschaft alle Flugpassagiere in Angst und Schrecken. Vor allem auf Langstrecken soll durch die beengten räumlichen Verhältnisse an Bord eine erhöhte Thrombosegefahr bestehen. Selbst die Airlines sehen akuten Handlungsbedarf.

Ungesunde Zwangshaltung fördert Thrombosebildung

Es wird argumentiert, dass als Folge der Zwangshaltung in den engen Sitzreihen leicht Durchblutungsstörungen entstehen, die zur Bildung eines Blutstaus in den Venen führen können. Mit zunehmender Flugdauer erhöht sich "als Folge der Sitzfolter" die Gefahr einer Blutgerinnselbildung (Thrombose), vor allem in den Beinen. Bei der nächsten Aktivität, die die Blutzirkulation wieder anregt, kann sich dieser Pfropf in der Blutbahn lösen und beginnt zu wandern. Gelangt er in Herz oder Lunge, hat dies möglicherweise einen tödlichen Ausgang: Verstopft dieser Blutpfropf eine lebenswichtige Ader, kommt es zu einer Lungenembolie bzw. zu einem Herzinfarkt.


Schwierige Beweislage

Studien belegen eindeutig eine erhöhte Thrombosegefahr auf Langstreckenflügen. Eine Gerinnselbildung muss sich auch nicht unmittelbar nach Beendigung des Fluges lösen. Es besteht genauso die Möglichkeit, dass die tödlichen Folgen erst auftreten, wenn der Passagier das Flugzeug längst verlassen hat. Hier ist natürlich schwer, einen Zusammenhang zwischen den ungünstigen Sitzverhältnissen an Bord und der Thrombose zu beweisen. Eine Studie am Tokioter Flughafen hält zumindest fest, dass von 20 Millionen Fluggästen jährlich etwa 100 bis 150 wegen Gerinnseln in Behandlung waren. In den letzten acht Jahren verstarben 25 Personen wegen Thrombosen nach einem Langstreckenflug.

Stundenlanges Sitzen generell gefährlich

Die Gefahr der Thrombosebildung ist nicht nur auf das Fliegen beschränkt: Auch bei Bus-, Zug- oder Autofahrten kann es durch stundenlanges Sitzen ohne Bewegungspausen leicht zu Durchblutungsstörungen kommen.


Vorbeugen ist möglich!
 

Zu dieser Thematik wurde eine randomisierte Doppelblindstudie während eines Langstreckenfluges von Frankfurt nach Kyoto unter Teilnahme von Venenärzten durchgeführt Ziel war es, herauszufinden, inwieweit die Einnahme eines Venenmittels mit Rosskastaniensamenextrakt (Venostasin® retard) das Anschwellen der Beine beeinflusst. Die venengesunden Versuchspersonen begannen mit der Einnahme der Kapseln 10 Tage vor dem Abflug, wobei eine Gruppe das Präparat mit Wirkstoff erhielt, die 2. Vergleichsgruppe aber nur einen Placebo (wirkstofffreies, äußerlich identisches Mittel). Der Umfang der Beine wurde 1/2 Stunde sowie drei bzw. 14 Stunden nach Abflug gemessen. Das Ergebnis zeigte eindeutig ein geringeres Anschwellen der Beine bei der 1. Gruppe, die das Venenmittel erhalten hatte.


 

Fazit:
Auch Venengesunde profitieren unter "Stressbedingungen" von der Einnahme von Rosskastaniensamenextrakt.

 

So beugen Sie einer Thrombose vor:
 

Legen Sie bei langem Sitzen öfters Bewegungspausen ein
 

Vermeiden Sie es, länger Ihre Beine zu überschlagen
 

Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit, v. a. Wasser, Tee oder Säfte
 

Halten Sie sich mit Genussgiften zurück
 

Alkohol fördert die Flüssigkeitsausscheidung über die Niere und erweitert die Gefäße
 

Kaffee bewirkt ebenfalls eine stärkere Wasserausscheidung
 

Nikotin verengt die Blutgefäße
 

Tragen Sie bequeme, nicht einengende Kleidung
 

Vorbeugende Einnahme eines Präparates mit Rosskastaniensamenextrakt (z. B. Venostasin® retard)
 

Bei vererbter Thromboseneigung schützen Sie Stützstrümpfe oder Kompressionsstrümpfe während des Fluges zusätzlich
 

Bei früherer Thrombose fragen Sie vor der Reise Ihren Hausarzt um Rat



Letzte Aktualisierung am 27.06.2008