Hepatitis im Vormarsch

Eine Entzündung der Leber ist meistens durch Hepatitis-Viren verursacht. Leberentzündungen aufgrund von anderen Erregern sind selten. Die Hepatitis und die Viren, die sie verursachen, teilt man in verschiedene Gruppen ein.

Hepatitis A ist die Form, die durch Kontakt mit Blut, Urin oder Kot von Erkrankten übertragen wird. Häufig vollzieht sich die Infektion bei Fernreisen, wo es schwierig ist, auf die nötige Hygiene zu achten. Die Ansteckung vollzieht sich auch indirekt durch den Genuss von Muscheln, Fisch und Meeresfrüchten, die in Afrika oder Asien sehr beliebt sind.
Einige Berufsgruppen haben aber dennoch auch in unseren Breiten ein erhöhtes Infektionsrisiko. Diese Menschen sollten sich unbedingt gegen Hepatitis A impfen lassen:

  • Medizinisches Personal, besonders Menschen, die in der
    Kinderheilkunde tätig sind.
  • Laborpersonal, das mit Stuhl Kontakt hat.
  • Personal von Kindertagesstätten und Kinderkrippen.
  • Bewohner von Heimen und geschlossenen Anstalten
  • Küchenpersonal in Großküchen
  • Drogenabhängige
  • Kanalisationsarbeiter.

Es gibt bei der Hepatitis A große Unterschiede, was den Verlauf der Krankheit angeht. Manche Menschen werden das Virus los, ohne Krankheitszeichen zu entwickeln, bei anderen kommt es zur Zerstörung der Leber, die eine Transplantation nötig macht.

Hepatitis B ist gefährlicher als die meisten Fälle der Hepatitis A, dafür aber nicht durch normalen menschlichen Kontakt übertragbar, sondern nur über Körperflüssigkeiten. Beispiele sind die Übertragung durch Speichel, Scheiden- und Samenflüssigkeit bei sexuellen Kontakten. Die Übertragung auf dem Blutweg geschieht vor allem bei Drogenabhängigen durch gemeinschaftliche Benutzung von infizierten, mit dem Virus verseuchten Injektionsnadeln. Ein hohes Ansteckungsrisiko haben auch Ärzte und Menschen in Krankenpflegeberufen. Eine Infektion mit Hepatitis B kann eine Schrumpfung der Leber (Leberzirrhose) nach sich ziehen. Menschen, die eine Hepatitis B durchgemacht haben, haben ein höheres Risiko als andere, einen Leberkrebs zu entwickeln. Bei der  Hepatitis B besteht die Möglichkeit, dass die Entzündung nach der akuten Phase in eine chronische Entzündung übergeht.

Hepatitis C, D und E: Früher unterschied man nur Hepatitis A und B, sowie Leberentzündungen, die weder A noch B entsprachen. Heute weiß man, dass hinter diesen Hepatitis - non A, non B- Erkrankungen mindestens drei weitere Virusarten stecken, die man mit C, D und E bezeichnet. Hepatitis E wird wie Hepatitis A übertragen, die Übertragung der Virusformen C und D geschieht auf demselben Weg, wie es für Hepatitis B beschrieben wurde.

Welche Alarmzeichen deuten auf eine Hepatitis hin?

Durch die Entzündung ist es der Leber nicht mehr möglich, den gelben Farbstoff Bilirubin über die Galle auszuscheiden. Bilirubin entsteht in der Leber beim Abbau von rotem Blutfarbstoff aus überalterten roten Blutkörperchen. Durch die Anhäufung von Bilirubin im Körper kommt es zu einer Gelbfärbung der Haut und der Schleimhäute, zur Gelbsucht. Die Gelbfärbung wird zuerst im Weißen des Auges beobachtet. Nicht jede Gelbsucht wird durch Hepatitis-Viren verursacht. Mit Gelbsucht im Allgemeinen befasst sich ein spezieller Beratungstext, den wir für Sie vorrätig haben. Wenn Sie eine Gelbfärbung der Schleimhäute an sich feststellen, dann sollten Sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen. Wenn die Leber geschädigt ist, dann kann der Arzt das durch die Ermittlung der "Leberwerte" feststellen. Dabei werden so genannte Enzyme im Blut bestimmt, die dort im Blutkreislauf nur vorkommen, wenn sie aus  geschädigten Leberzellen freigesetzt wurden. Der Arzt kann über den Nachweis von Abwehrproteinen, die der Körper nach der Infektion bildet, eine Virushepatitis nachweisen. Außerdem lässt sich feststellen, um welchen Infektionstyp es sich handelt.

Was kann der Arzt tun?

Wenn es sich um eine Hepatitis A oder B handelt, dann kann der Arzt mit spezifischen Abwehrmolekülen, so genannten Immunglobulinen, der körpereignen Immunabwehr die Bekämpfung der Viren erleichtern. Ein Medikament, das die Viren gezielt abtötet, gibt es bis heute noch nicht. Die Immunglobuline stammen aus dem Blut von Menschen, die gegen die Viren durch eine frühere Infektion widerstandsfähig sind.

Daneben wird durch die Verordnung einer strengen Diät versucht, die Leber zu entlasten. Wie bei allen Viruserkrankungen gilt auch für die Hepatitiden, dass die Heilung allein durch die Leistung des eigenen Immunsystems möglich ist.

Was Sie selbst tun können:

Eine Hepatitis muss immer von einem Arzt behandelt werden. Weil es keine gut wirksamen Medikamente gibt, ist die Hepatitis eine schwere Erkrankung, die Leberschäden nach sich ziehen kann. Deshalb ist es wichtig, sich gegen die Erkrankung zu schützen. Bei Hepatitis A bedeutet das eine rigorose Nahrungshygiene, besonders bei Fernreisen. Man sollte nur Dinge essen, die entweder gekocht wurden, oder durch Schälen von Krankheitserregern befreit werden können. Um die Abwehr der Viren zu verbessern, sollte man vor dem Antritt einer Reise eine passive Impfung mit Immunglobulin gegen Hepatitis A Virus bekommen. Der Schutz bleibt 3 Monate bestehen.

Seit einiger Zeit gibt es auch einen aktiven Impfstoff gegen Hepatitis A (Havrix 1440). Die Impfung muss mindestens zwei Wochen vor Antritt der Reise durchgeführt werden, damit man geschützt ist. Beginnt die Tropenreise bereits in weniger als zwei Wochen, dann kann man auch die aktive und die passive Impfung gleichzeitig durchführen. Optimal ist es, wenn 4 Wochen vor Reiseantritt zum ersten Mal geimpft wird. Die zweite Impfung folgt 2 bis 4 Wochen nach der Erstimpfung. Wenn man sich nach 6 bis 12 Monaten nochmals impfen lässt, dann besteht ein Schutz für mindestens 5 Jahre.

Auch gegen eine Infektion mit Hepatitis B ist die Impfung der beste Schutz. Ärzte und Krankenpfleger, die den Umgang mit infiziertem Material oft nicht vermeiden können, sollten unbedingt geimpft sein.

Ansonsten gilt für die Vorbeugung dasselbe wie für die Vermeidung von AIDS: Kein ungeschützter Geschlechtsverkehr, für Drogenabhängige muss die gemeinschaftliche Benützung von Injektionsbesteck tabu sein.

Wenn Sie eine Hepatitis überstanden haben, dann dürfen Sie während der Erholung keinen Alkohol zu sich nehmen. Daneben sollte sie sich ausgewogen und vitaminreich ernähren. Eine ausgesprochene Leberschondiät wird aber nicht mehr von allen Ernährungswissen-schaftlern befürwortet.

Wir hoffen, wir können Ihnen mit diesen Informationen weiterhelfen, und stehen für weitere Fragen gerne zur Verfügung.

Hepatitis-Vorbeugung ist heute wichtiger denn je, denn in vielen Ländern der dritten Welt ist die Hepatitis leider wieder stark im Vormarsch. Fernreisen ohne Hepatitis-Prophylaxe bedeuten ein hohes Risiko.  Wenn Sie häufig verreisen, sollten Sie generell gegen Hepatitis A und B geimpft sein. In diesem Fall ist eine Kombi-Impfung sinnvoll (Twin-Rix), die – dreimal geimpft –  für 5 – 10 Jahre anhält und dann durch eine einzige Auffrischung wieder aktualisiert werden kann.

Dabei möchten wir Sie auch darauf hinweisen, dass wir bei Bedarf eine ausführliche Reiseberatung für Sie erstellen, die nicht nur die Impfungen sondern viele weitere Aspekte einer Fernreise beinhaltet.

Nur so wird die geplante Reise zu einem unvergessenen Erlebnis.

Fragen Sie uns rechtzeitig - Wir beraten Sie gerne!



Letzte Aktualisierung am 01.10.2010