Schlafstörungen zeigen sich in verschiedenen Formen: Man wälzt sich
stundenlang im Bett herum, und der ersehnte Schlaf will sich einfach nicht
einstellen. Oder man schläft sehr oberflächlich und wacht immer wieder auf. Oder
man hat eigentlich ganz gut geschlafen, ist aber viel zu früh am Morgen wieder
aufgewacht. Wenn diese Schlafstörungen nur gelegentlich auftreten, sind sie in
den meisten Fällen auf äußere Ursachen wie ein zu warmes Schlafzimmer, zuviel
Alkohol am Vorabend, einen übervollen Magen oder momentane Probleme
zurückzuführen. Die Beeinträchtigung des Schlafs tritt nur kurzfristig auf und
verschwindet wieder, wenn die auslösende Ursache beseitigt ist.
Die
schwerwiegende, chronische Schlafstörung, medizinisch "Insomnie" genannt, hält
im Gegensatz dazu ohne erkennbaren äußeren Grund über einen längeren Zeitraum,
das heißt, länger als einen Monat an, und sie ist so stark ausgeprägt, dass man
sich am Tag in seiner Leistungsfähigkeit dauernd erheblich beeinträchtigt und
ständig müde fühlt.

Die Schlafstörung selbst ist keine Krankheit, sondern ein Symptom, das viele
Ursachen haben kann. In selteneren Fällen liegt eine körperliche Erkrankung vor.
In Betracht kommen Herz-, Lungen-, Magen-Darm- oder Nierenerkrankungen,
Hormonstörungen oder Nervenkrankheiten. Die Behandlung der zugrundeliegenden
Krankheit bessert dann auch den Schlaf.
Häufigste Ursache: Psychische Probleme
In den meisten Fällen ist eine anhaltende Schlafstörung auf psychische
Ursachen zurückzuführen, am häufigsten auf eine Depression. Diese wiederum kann
als Reaktion auf belastende Lebensereignisse auftreten, oder sie entsteht
scheinbar grundlos, "von innen heraus". Auch in diesem Fall wird die
Schlafstörung behoben, wenn die Depression erfolgreich behandelt wird. Bei einem
Teil der schlafgestörten Patienten findet der Arzt weder eine organische noch
eine psychische Erkrankung als Ursache. Allerdings sind diese Patienten aufgrund
ihrer Persönlichkeitsstruktur nervöser und ängstlicher als andere und neigen
dazu, auf Stress, Überarbeitung und Konflikte mit einer erhöhten inneren
Anspannung zu reagieren, die sie abends nicht abbauen können. Zudem glauben sie,
sie müssten unbedingt mindestens acht Stunden schlafen. Diese Erwartungshaltung
verstärkt aber die Anspannung nur noch, so dass der Schlaf sich erst recht nicht
einstellen will. Auf diese Weise entwickelt sich sehr schnell ein
Teufelskreis.
Wann zum Arzt?
• wenn die einfachen schlaffördernden Maßnahmen keinen Erfolg bringen,
•
wenn die Schlafschwierigkeiten ganz unvermittelt einsetzen,
• wenn die
Schlafstörungen länger als vier Wochen anhalten,
• wenn sie in zunehmendem
Maß auftreten und
• wenn sie mit anderen Beschwerden verbunden sind,
•
wenn Sie keinen Grund für die Störung finden und außerdem,
• wenn Sie sich
tagsüber erschöpft fühlen.
Zur Beruhigung sei Ihnen gesagt, dass Schlafmangel oder eine schlechte
Schlafqualität keine schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen haben. Der Körper
sorgt selbst für das absolut nötige Minimum an Erholung.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Zu Beginn der Behandlung wird Ihr Arzt mit Ihnen Ihre Schlafprobleme unter
die Lupe nehmen. Hilfreich ist dabei ein Schlaftagebuch, in das Sie über einen
längeren Zeitraum folgende Dinge eintragen: Ihre Einschlaf- und Aufwachzeiten,
Häufigkeit und Dauer von Schlafunterbrechungen, Zeitpunkt und Art des Essens,
Ihr körperliches und seelisches Befinden sowie regelmäßig eingenommene
Arzneimittel. Da das hauptsächliche Schlafhindernis die allabendliche Anspannung
ist, stehen Entspannungsverfahren wie z. B. das Autogene Training und die
progressive Muskelentspannung nach Jacobson im Vordergrund der Behandlung. Diese
Maßnahmen sind besonders erfolgreich in Kombination mit psychotherapeutischen
Verfahren wie z. B. einem Stressbewältigungstraining.
Medikamentöse Behandlung
Über die medikamentöse Behandlung entscheidet der Arzt je nach Einzelfall. In
den meisten Fällen werden Medikamente nur kurzfristig eingesetzt. In erster
Linie handelt es sich dabei um die Arzneimittelgruppe der Benzodiazepine. Sie
wirken entspannend und Angst lösend. Die Präparate unterscheiden sich in ihrer
Wirkdauer, so dass bei Einschlafstörungen kurz wirksame Mittel gegeben werden,
bei Durchschlafstörungen länger wirksame. Bei letzteren kann es - abhängig von
der Dosierung - zum "Hang-over-Effekt" kommen, d. h., die Wirkung hält bis in
den nächsten Tag hinein an, so dass Leistungsfähigkeit und Reaktionsvermögen
beeinträchtigt sein können. Außerdem besteht bei längerer Einnahme immer auch
die Gefahr der Abhängigkeit und der Gewöhnung, das heißt, die gewohnte Dosis
zeigt nicht mehr den gewünschten Effekt. Ein anderes Problem ist die Entwicklung
einer sogenannten Absetz-Schlaflosigkeit, das heißt, wenn man das Schlafmittel
nicht mehr einnimmt, können die Schlafstörungen erneut auftreten, unter
Umständen sogar noch stärker als vorher. Man kann dieser Reaktion durch eine
sogenannte ausschleichende Behandlung vorbeugen, das heißt, das Medikament wird
langsam abgesetzt, zum Beispiel reduziert man die Dosis im Abstand von drei bis
fünf Tagen. Eine andere Medikamentengruppe, die sogenannten Antidepressiva,
werden hauptsächlich bei Depressionen und depressiven Verstimmungen eingesetzt.
Denn Schlaflosigkeit kann einziges Symptom einer Depression sein. Der Vorteil
der Antidepressiva liegt darin, dass sie nicht abhängig machen.
Beachten
Sie bitte: Nehmen Sie auch freiverkäufliche chemische Schlafmittel grundsätzlich
nur kurze Zeit ein und verschreibungspflichtige nur unter ärztlicher Kontrolle.
Setzen Sie verordnete Mittel nicht eigenmächtig ab, und verändern Sie auch nicht
die vom Arzt vorgeschriebene Dosis.
Eine gute Alternative sind auch die
homöopathischen Beruhigungsmittel. Sie stabilisieren das seelische und
körperliche Gleichgewicht und fördern das Einschlafen. Bei regelmäßigem Gebrauch
ist eine gute Wirkung zu erwarten. Wir empfehlen in dieser Richtung besonders
die beiden Produkte Neurexan® (Heel) und Neurodoron® (Weleda).
Fragen Sie uns – wir beraten Sie gerne!